10 Tipps für eine artgerechte Pferdeernährung

Gut zu wissen

Vor etwa 10.000 Jahren wanderten die Vorfahren unserer Pferde von Amerika nach Asien und Europa ein. Diese Wanderung führte sie durch alle Klimazonen und Vegetationen und so mussten sie sich den Bedingungen in artenreichen Wäldern, Tundren, kargen Wüsten und Steppen als auch in Gebirgs- und Sumpfgebieten erfolgreich anpassen.

Die Tiere kamen mit allen Witterungsverhältnissen zurecht und nutzten das vielfältige Angebot an Gräsern, Kräutern, Sträuchern, Wurzeln, Samen, Rinden und Früchten der jeweiligen Landschaft. Diese Landschaften haben die Stammeltern unserer heutigen Pferde geprägt. Der Verdauungsapparat hat sich dabei aber kaum verändert.

 

10 Tipps für eine artgerechte Pferdeernährung

Wer sein Pferd artgerecht und somit gesunderhaltend ernähren möchte, muss sich das Klima, die Landschaft und Vegetation ansehen, aus der sich die Rasse entwickelt hat, denn auf das dort vorkommende Futterangebot ist der Verdauungsapparat unserer Pferde noch heute abgestimmt.

Sie brauchen Vielfalt auf dem Speiseplan, angepasst an die Vegetation und Pflanzenarten ihrer Herkunft. Unsere einheimischen Wiesen weisen oftmals nur einen spärlichen Pflanzenreichtum auf.

Für Pferde ungünstige Grasarten und das Fehlen von Kräutern führen aber in vielen Fällen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Stoffwechsel- und Verdauungsstörungen.

  • Durchfall / Kotwasser
  • Abmagerung oder Überfettung
  • Verhaltensauffälligkeiten wie Weben, koppen, Headshaking
  • Koliken
  • Bronchitis
  • Allergien / Ekzeme
  • Rehe
  • Schlechtes Horn und Mauke

 

Magen und Verdauungssystem

Pferde gehören zu den selektiven Fressern, das heißt, sie fressen nicht einfach nur Gras sondern auch Kräuter und Wurzeln.

  • Das Verdauungssystem unserer Pferderassen ist nach wie vor auf schwer aufschließbare struktur- und faserreiche Ernährung ausgelegt.
  • Ihre Mägen sind verhältnismäßig klein, sollten aber nie ganz leer sein. Frisst ein Pferd zu schnell oder über längere Zeit gar nichts, kommt es oft zu Verdauungsstörungen.

Am besten ist es für die Tiere wenn sie die Möglichkeit haben mindestens 16-18 Stunden am Tag raufaserreiches Futter zu sich zu nehmen. Die Einteilung des Futters in „Mahlzeiten“ ist nicht artgerecht und kann zu Koliken und Magengeschwüren führen. Neben langen und entspannten Fresszeiten nimmt die artgerechte Zusammensetzung des Futterangebotes eine wichtige Rolle in der Gesunderhaltung unserer Vierbeiner ein.

10 Tipps für eine pferdgerechte Ernährung

  1. 24-h freier Heuzugang
  2. Fruktanarme Grassorten bevorzugen (z.B.: Wiesenlieschgras oder Rotschwingel)
  3. Wiesen mit Kräutersaaten bereichern (z.B.: Wiesenkümmel, Spitzwegerich, Wilde Möhre, Wegwarte, Fenchel)
  4. Zugang zu Bäumen und Sträuchern ermöglichen
  5. ungeeignetes Futter: Getreide, Melasse, Soja, Apfeltrester, Zuckerrüben, Bananen, Johannisbrot, Erbsen
  6. Bei Bedarf hochwertiges Mineralfutter (enthält kein Getreide, Melasse, Apfeltrester) zu füttern
  7. Salzleckstein zur Verfügung stellen
  8. Heu von artenreichen Wiesen füttern
  9. Nach der Blüte geschnittenes Heu von energiearmen, rohfaserreichen Gräsern
  10. Silage & Heulage sind für Pferde ungeeignet (enthalten Milchsäurebakterien!)
10 Tipps für eine artgerechte Pferdeernährung

Wichtig!

Nur gesunde Zähne können gut und schmerzfrei ihre Arbeit tun.

Lassen Sie das Gebiss Ihres Pferdes einmal im Jahr durch einen Pferdezahntierarzt überprüfen.