Bitterstoffe & Bitteres Kraut des Monats: Die Schafgarbe

Während wir Ihnen in den vergangenen Blogbeiträgen vor allem reine Bitterstoffe, die „Amara pura“, vorgestellt haben, ist in diesem Monat die Schafgarbe dran, die sich als beliebte Vertreterin der „Amara aromatica“ einen Namen gemacht hat. Sie enthält Bitterstoffe in Kombination mit ätherischen Ölen und zählt zu den wichtigsten Pflanzen der Volksmedizin.

Weil sich die Schafgarbe mit weiß-rosa schimmernden Blüten schmückt, die bei näherem Hinsehen wie kleine Körbchen aussehen, wird sie zu den sogenannten Korbblütlern gezählt. Wegen der Form ihrer zahlreichen Blätter liest man von ihr auch immer wieder als „Augenbraue der Venus“.

Wo und wie wirkt’s?

Die Schafgarbe ist mit der Kamille verwandt und kommt daher auch bei ähnlichen Krankheitsbildern zum Einsatz. Als „Bauchwehkraut“ wirkt sie Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen und Entzündungen im Magen entgegen, indem sie den Darm von Bakteriengiften reinigt, Schleimhäute saniert und Übersäuerung verhindert. Zudem wirkt sie krampflösend und kann bei Bauch- oder Gallenkoliken Linderung verschaffen.

Der Gynäkologische Basistee der Markt-Apotheke Greiff enthält Schafgarbenkraut
Der Gynäkologische Basistee der Markt-Apotheke Greiff enthält Schafgarbenkraut

In der Frauenheilkunde findet die aromatische Bitterpflanze mit dem starken würzigen Geruch bei unterschiedlichsten Beschwerden Verwendung. Als blutstillende Arznei bekannt kommt sie Frauen mit starken und langen Monatsblutungen zugute, ihre antibakterielle und antimykotische Heileigenschaft macht aus ihr ein beliebtes Mittel bei bakteriellen Unterleibsentzündungen wie der weit verbreiteten Blasenentzündung oder bei Scheidenpilz. Überhaupt gilt die Schafgarbe seit Urzeiten als Wundkraut, weshalb Entzündungen aller Art zum Anwendungsgebiet der Pflanze zählen.

Selbstgemacht!

Die Schafgarbe lässt sich ab Anfang Juni den ganzen Sommer über sammeln. Wird man fündig, zupfe man von den Blütenkörben die einzelnen kleinen Blüten ab. Rund fünfzig Blütendolden mit dem Saft von fünf Zitronen beträufeln. Zwei Kilogramm Zucker in zwei Liter Wasser auflösen und aufkochen und heiß über die Blüten gießen. Umrühren und mit einem Tuch abdecken und zwei Tage lang an einem warmen Platz stehen lassen. Regelmäßig umrühren, damit alle Blüten gleichmäßig mit dem Zuckerwasser in Berührung kommen. Im Anschluss daran abseihen und abfüllen.

Achtung: Je mehr Blättchen und Stängel sich im Pflanzengut befinden desto bitterer schmeckt der Sirup.

Kleines Detail am Rande …

Dass die bittere Schafgarbe große regenerierende Kräfte in sich trägt, zeigt sich auch in ihrer Funktion als sogenannter Bodenheiler. So besiedelt sie sogar völlig überdüngte Weiden und offenbart auf ihnen ihre säurebindenden Kräfte. Sie kuriert also nicht nur die Menschen, sondern auch die Böden, auf denen sie gedeiht. Ein wahres Multitalent!

Achtung:

Bei regelmäßiger Einnahme über einen Zeitraum von mehreren Monaten steigert sich die Lichtempfindlichkeit der Haut.