Bitterstoffe & Bitteres Kraut des Monats: Der Odermennig

Der Odermennig, im Volksmund auch als „Leberklette“ oder „Ackermännli“ bekannt, erfreut sich vor allem als Teekraut großer Beliebtheit, weil er Blut und Darm reinigt, die Leber entlastet und das Immunsystem stärkt.

Er wird zu den Amara aromatica gezählt, weil er neben Gerb- und Bitterstoffen auch ätherische Öle enthält. Das wohlschmeckende Kraut mit der lateinischen Bezeichnung „Agrimonia eupatoria“ wächst entlang von Feldwegen, auf Wiesen und am Waldrand, wo sich seine Klettfrüchte gerne an’s Hosenbein heften oder im Hundefell verfangen.

Wo & wie wirkt’s?

Der Odermennig blickt auf eine lange Tradition als Heilkraut zurück, war er doch bereits in der Antike der weisen Göttin Athene geweiht.

Sein Spezialgebiet: Die blutreinigende Wirkung bei Leberleiden aller Art.

Aber auch bei Milzschwäche oder Darmerkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom kommt das gelb blühende Rosengewächs mit den edelgesägten Blättern bis heute zum Einsatz. Dabei wirkt es entzündungshemmend, krampflösend und antiviral.

Was der Odermennig sonst noch kann:

Das Heilkraut der Göttin Athene, aktiviert – ähnlich wie die Wirkstoffe von grünem Tee – die Abwehrzellen des Immunsystems und begünstigt auf diese Weise fieberhafte Heilprozesse, weshalb der Odermennig oft als naturheilkundliches Begleitmittel in der komplementären Therapie und Prophylaxe von Brust- und Darmkrebsleiden zum Einsatz kommt.

Neben seiner Fähigkeit Gifte zu binden, hat er auch positiven Einfluss auf unser Bindegewebe und hier im Besonderen auf unsere Stimmbänder, weshalb Sänger die Agrimonia gerne als Gurgelmittel bei Heiserkeit anwenden.

Darüber hinaus eignen sich die getrockneten Blätter als nikotinfreier Tabakersatz, der so manchem Raucher beim Entzug helfen könnte.

Bitterstoffe & Bitteres Kraut des Monats: Der Odermennig

Selbstgemacht!

Tinktur „Heil aller Schäden“ aus Odermennig bei Leber-, Milz- und Nierenbeschwerden sowie bei Erkältungen und Durchfall:

Die ideale Sammelzeit für den „Heil aller Schäden“ ist zu Beginn der Blütezeit, also im Juni oder Juli. Eine Hand voll getrockneter Odermennigblüten und -blätter mit gutem Alkohol übergießen. Hier kann zum Beispiel ein hochprozentiger Cognac oder Whisky, noch besser wäre aber ein reiner Kornbrand, verwendet werden. Sechs Wochen an einen sonnigen Platz stellen und dann abfiltrieren.

Die Anwendung der Tinktur erfolgt tropfenweise – in der Regel sind 10 bis 15 Tropfen täglich ausreichend.

Kleine Details am Rande …

Der Volksglaube schreibt dem Odermennig auch als Schuheinlage große Wirkung zu. So soll er – in die Wanderschuhe gelegt- ebenso segensreiche Kräfte wie der Beifuß entfalten und längere beschwerdefreie Wegstrecken ermöglichen. Wir freuen uns über Ihr Feedback nach der nächsten Sommerwanderung!