Bitterstoffe & Bitteres Kraut des Monats: Der Galgant

Der echte Galgant, in Fachkreisen auch unter seinem lateinischen Rufnamen „Alpinia officinarum“ bekannt, nimmt unter den Bitterstoffen, den „Amara“, eine besondere Stellung ein. Während die Gruppe der reinen Bitterstoffdrogen* und die der aromatischen Bitterstoff-Heilkräuter, die ätherische Öle enthalten, in unseren Breitengraden häufig anzutreffen sind, finden sich Scharfstoffen selten in heimischen Bitterstoffpflanzen.

Der Galgant gehört zur Familie der Ingwergewächse und wird demnach zu den sogenannten Scharfstoffdrogen* gezählt. Seine Wurzel enthält rund fünf Prozent ätherisches Öl und scharf schmeckendes Harz.

* Droge = pharmazeutischer Fachbegriff für getrocknete Heilkräuter

Das Bitter-Elixier nach Apotheker Greiff enthält u.a. Galgant und kann Magenbeschwerden lindern.
Das Bitter-Elixier nach Apotheker Greiff enthält u.a. Galgant und kann Magenbeschwerden lindern.

Wie er wirkt

Das Rhizom, also die Pflanzenwurzel, wird frisch oder getrocknet verwendet und wirkt krampflösend, entzündungshemmend, antibakteriell und karminativ, wirkt also Blähungen entgegen. Die besondere Verbindung von Bitter- und Scharfstoff geht zudem häufig mit einer Verbesserung der Kreislauffunktion bzw. der Durchblutung einher.

In der Traditionellen chinesischen Medizin wird der Galgant wegen seines scharfen Geschmacks und wegen seiner starken Wärmewirkung zur Behandlung von „kühlen“ Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Auch Magen-Kälte und Erbrechen, Aufstoßen und Sodbrennen finden sich unter den Indikationen. Außerdem soll er – wie sein Verwandter, der Ingwer – gegen Seekrankheit helfen. Überall da, wo Ingwer passt, hat auch der Galgant seinen Platz in Gewürz- und Arzneikräutermischungen.

Was er sonst noch kann

Er wird in seiner Heimat Südchina und in ganz Südostasien in großem Stil angebaut. Vielleicht ja auch, weil der Galgant im Orient als Aphrodisiakum bekannt ist und zur Förderung der Potenz eingesetzt wird?

Bitterstoffe & Bitteres Kraut des Monats: Der Galgant

Im Mittelalter erreichte der Galgant Europa und wurde von Hildegard von Bingen begeistert als das heilkräftige „Gewürz des Lebens“ aufgenommen. Sie verbreitete den guten Ruf dieser Heilpflanze, der bis in den hohen Norden Wirkung zeigt. In Skandinavien und Russland würzt Galgant das Bier und wird Likören und Schnäpsen zugesetzt.
Als Räucherwerk verbreitet Galgant einen würzigen Duft, der seit Jahrhunderten geschätzt wird und vor allem in tibetischen Räuchermischungen enthalten ist.

Zum Probieren: Ein Tee-Rezept

Einen halben Teelöffel pulverisierte getrocknete oder klein geschnittene frische Wurzel mit einem viertel Liter kochendem Wasser überbrühen. Zehn Minuten ziehen lassen, dann umrühren und langsam trinken. Für einen besseren Appetit und eine bessere Verdauung vor den Mahlzeiten einnehmen, so wird die Magensaftsekretion angeregt.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen sind bei üblichen Dosierungen nicht bekannt. Trotzdem wird dazu geraten, Galgant in der Schwangerschaft zu meiden.