Bitterstoffe & Bitteres Kraut des Monats: Die Ringelblume

Die Ringelblume, auch Calendula officinalis, genannt, ist ein angenehm duftendes Kraut.

Sie wird zur Familie der Korbblütler gezählt, da sich die geringelten Blüten doch wie ein Korbgeflecht um den Blütenboden der orangegelb leuchtenden Pflanze ranken.

Die Blüten zählen zu den Amara aromatica, weil sie Bitterstoffe und ätherische Öle enthalten.

Ihr Spezialgebiet: Die Wundheilung.

Wo & wie wirkt’s?

Die Ringelblume fördert die Wundheilung der Haut und Schleimhaut bei Entzündungen, Eiterungen, Erfrierungen und Verbrennungen.

Die Anwendungsgebiete reichen seit jeher von schlecht heilenden Wunden wie Quetsch-, Riss- und Schürfwunden über Parodontose, Windeldermatitis bis hin zum offenen Bein („Ulcus cruris“) bei Venenschwäche.

Auch bei frischen schmerzenden Operationsnarben, wie zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt oder Dammschnitt, unterstützt die Ringelblume in Form von Öl, Gel oder Salbe das rasche Abschwellen und glatte Verheilen von Narbengewebe.

Schon gewusst?

Berührt man eine Ringelblume mit den Händen, hinterlässt sie ein klebriges Sekret auf der Haut, das uns ihre Heilkräfte in Erinnerung ruft, da die Calendula in der Lage ist, auch schlecht heilende Wunden zu „verkleben“ und zu verschließen.

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Was sie sonst noch kann …

Ringelblumen-Blüten sind in vielen Fertigtee-Mischungen enthalten, weil sie den natürlichen Reinigungsprozess unseres Körpers anregen.

Ob während einer Mandelentzündung oder nach einem Infekt oder einer Operation, die Ringelblume unterstützt unser Lymphsystem zuverlässig.

Aber auch bei Gallenproblemen, Menstruationsbeschwerden oder Darmstörungen unterstützt die Bitterpflanze den Körper dabei, sich zu regenerieren.

Selbstgemacht!

Die Calendula bildet die widerstandsfähigsten Blüten im eigenen Kräutergarten. Hier trotzt sie mancherorts sogar noch der Novemberkälte.

Die Sammelzeit entspricht aber der durchschnittlichen Blütezeit, von Juni bis Oktober. Dann werden die Blüten bei trockenem Wetter, am besten um die Mittagszeit, gepflückt, auf Papier gebreitet und so aufgelegt, dass sie möglichst schnell trocknen können. Im Glas- oder Porzellangefäß bleiben die Blütenblätter, die die meisten Inhalts- und Wirkstoffe enthalten am längsten frisch.

Anwendungstipps

Kocht man die orangegelben Blütenblätter in Suppen, Butter oder Käse ein, bekommen diese nicht nur eine hübsche safranähnliche Färbung, sondern auch noch einen angenehm pikanten Geschmack.

Auch bei Fisch-, Wild- Reis- und Eiergerichten werden die Blütenblätter gerne als Safranersatz eingesetzt und haben dadurch über die Zeit den Namen „falscher Safran“ erhalten.

Kleine Details am Rande …

Die Ringelblume gilt als Wetterorakel: Bleiben ihre Blüten am Morgen geschlossen, ist Regen im Anmarsch. Diese Sensibilität auf Luftfeuchtigkeit hat sie mit anderen Korbblütlern wie zum Beispiel der Silberdistel oder dem Gänseblümchen gemein.

Dass Ringelblumen in den hauseigenen Gemüsegärten so gerne gesehen werden, liegt auch daran, dass sie mit ihren Wurzelausscheidungen Schadstoffe aus dem Boden vertreiben und diesen auf diesem Weg gesund erhalten. Die Calendula ist also nicht nur eine Wund- sondern auch eine Bodenheilerin.

Einfaches DIY-Rezept: Ringelblumenöl

Benötigte Utensilien

  • 1 sauberes, steriles Marmeladenglas mit Schraubverschluss
  • Ein kleiner Topf

Zutaten

  • 1 Handvoll Ringelblumen Blüten
  • 250 ml Sonnenblumenöl
  • Küchentuch zum Abseihen

Ringelblumenöl selbst herstellen

  1. Pflücke 1 Handvoll blühende Ringelblumen – darauf achten, dass die Blüten nicht gespritzt wurden
  2. Sterilisiere das Marmeladenglas: 10 Minuten lang bei 150°C im Backofen.
  3. Deckel in Wasser 10 Minuten lang auskochen.
  4. Gib die Ringelblumen in das Glas.
  5. Fülle es mit Sonnenblumenöl auf und schraube den Deckel darauf.
  6. Warte 24 Stunden lang und seihe das Öl durch ein Küchentuch in einen kleinen Topf.