Bitterstoffe & Bitteres Kraut des Monats: Der Spitzwegerich

Der Spitzwegerich, der in der Wissenschaft den lateinischen Namen „Plantago lanceolata“ trägt, wird im Volksmund gerne auch „Herrscher des Weges“ genannt, ein Hinweis auf die weite Verbreitung der mehrjährigen Pflanze, die sich auf trockenen Wiesen, Feldern, Wegrändern oder auch Schuttplätzen wohlfühlt.

Mit ihrer unscheinbaren Blüte geht sie im bunten Wiesenallerlei fast unter, meist ist es die große Rosette aus den namengebenden spitz zulaufenden Blättern von 20 bis 40 Zentimeter Länge, die dem Betrachter bei etwas genauerem Hinsehen ins Auge sticht.

Wo und wie wirkt’s?

Bereits in der Antike wurde der Wegerich für seine heilsame Wirkung geschätzt, die vor allem in den Schleim- und Bitterstoffen seiner Blätter steckt. Plinius der Ältere berichtete über die heilsame Wirkung der Pflanze bei starkem Husten und Schüttelfrost.

Im Mittelalter wurde sie außerdem bei Brandwunden, Geschwüren, Augen- und Nasenentzündungen oder Hundebissen eingesetzt.

Der berühmte Kräuterpfarrer Kneipp verwendete den Spitzwegerich zur Blutstillung und Wundbehandlung.

Heute kommt das Wegerichgewächs wegen seines Schleimgehalts, der tonisierenden Bitterstoffe sowie der Kieselsäure vor allem bei Husten und entzündlichen Erkrankungen der Atemwege zum Einsatz. Seine antibiotische Wirkung unterstützt den Heilungsprozess zusätzlich.

Das Bitter-Spray akut beinhaltet viele bittere Heilkräuter, u.a. den Spitzwegerich.
Das Bitter-Spray akut beinhaltet viele bittere Heilkräuter, u.a. den Spitzwegerich.

In der Volksmedizin werden die spitzen Blätter der Heilpflanze in der Blütezeit, von Mai bis September, gesammelt und zu einem frischen Saft gepresst, der bei Frühjahrskuren zur Blutreinigung zum Einsatz kommt.

Mit Kamillentee verdünnt, wird er auch heute noch zur Behandlung schlecht heilender Wunden eingesetzt.

Man sieht, nicht umsonst wurde der Spitzwegerich 2014 zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt.

Selbstgemacht!

Für einen grünen Smoothie mit Spitzwegerich wandern folgende Zutaten in den Mixer:

  • 15 Blätter Spitzwegerich
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 1 Handvoll Salat nach Wahl
  • 1 Handvoll grüne Weintrauben
  • 1 Birne
  • 2 Kiwis
  • 2 Äpfel
  • ½ Avocado
  • ¼ Bio-Zitrone inklusive Schale
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • Wasser/Eiswürfel nach eigenem Geschmack

Detail am Rande …

Spitzwegerichsamen werden in feuchtem Zustand klebrig und bleiben so an Füßen Darüberlaufender hängen, die die Samen dann auf ihren Wegen verbreiten. Von den weißen Siedlern wurde er wohl auf diese Weise nach Amerika eingeschleppt, weshalb er dort von den Indianern auch den Namen „Fußtritt des weißen Mannes“ erhielt.

Ein kleiner Tipp …

Zieht man sich während eines Spaziergangs oder einer Wanderung eine Verletzung zu oder wird von einem Insekt gestochen, ist der Spitzwegerich als „Herrscher der Wege“ meist unmittelbar zur Stelle: Frisch gepflückte Blätter fest in der Hand zerdrücken und auf die Wunde legen, fertig ist das Notpflaster.